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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Immer ist was, und immer soll man dann was schreiben drüber. Manche halten das für "professionell". Immer wenn die Gebrüder Young in Wien auftreten, stellt Florian Klenk die Frage, was das Feuilleton zum AC/DC-Konzert plane. Immer wenn Wahlen sind, will irgendwer Wahlschwerpunkte ins Blatt wuchten - und zwar vor der Wahl, also zu einem Zeitpunkt, zu dem man noch gar nichts Genaues weiß! Mein Vorschlag, die Filzmaierei den anderen zu überlassen und mal abzuwarten, ob die Wahl überhaupt ein interessantes Ergebnis bringt, über die sich was Interessantes sagen lässt, ist noch stets als "unjournalistisch" abgetan worden.

If you can't beat them, join them. Dieser Falter ist voller Wahl, Wahlweh (im Steiermarkteil nämlich) Wahlkampf und Wahlkrampf. Es beginnt mit dem Leitartikel von Armin Thurnher, der sich der Sudelschriften des Hasspredigers Hazeh angenommen hat. Die sind zwar einerseits sehr schlicht, dann aber doch auf depperte Weise doppeldeutig, dass man sie erst einmal ausdeutschen muss (mit dem Deutschen hat's die FPÖ ja bekanntlich nicht so).

Das Feuilleton wurde durch Landraub und Themenvorgaben kolonialisiert, die Medien haben sich dann auch noch den quirligen Joachim Schätz als Leihspieler gekrallt, damit die dumb fucks der Facebook-Gemeinde nicht nur hinsichtlich der Machenschaften des sauberen Herrn Zuckerberg aufgeklärt werden, was Ingrid Brodnig übernommen hat, sondern auch eine saubere ästhetische Einschätzung des Films von David Fincher geliefert bekommen. Aber wir helfen ja gerne aus.


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