Der Reporter soll der Neonazi sein? Nein.

Falter & Meinung | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Die Justiz hat sich im Fall Strache vs. ORF heillos verrannt. Endlich verteidigt der ORF öffentlich die Pressefreiheit

Kommentar: Florian Klenk

Die Justiz hat die Pressefreiheit beschädigt, und ORF-General Wrabetz will dies, nach einigem Zögern, nicht hinnehmen. Er leistet endlich Widerstand gegen einen rechtskräftigen Gerichtsbeschluss, der ihn dazu verpflichtet, Rohbänder der "Schauplatz"-Redaktion herauszurücken.

Wrabetz' Offensive ist keine Missachtung des Rechtsstaats, sondern ein Akt des Protests gegen die Stigmatisierung von Journalisten. Denn nicht der Kampf um die ORF-Rohbänder markiert in diesem Fall den Skandal, wie allerorten behauptet wird, sondern die Kriminalisierung des ORF-Reporters Ed Moschitz durch die Justiz. Gegen solche Fehlentwicklungen der Justiz muss der ORF aufbegehren. Sonst ändert sich nichts in diesem Land der Schuldumkehr.

Journalist Moschitz, so insinuiert nämlich das Oberlandesgericht Wien, stünde selbst im Verdacht, ein Neonazi zu sein. Seine Tat:


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