Kolumne

Profumos Ablöse: wie Berlusconi einen Gegner aus dem Weg räumt

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Hinter der Führungskrise der Bankengruppe Unicredit, zu deren Imperium auch die Bank Austria gehört, steckt die lange Hand Silvio Berlusconis. Neben seiner Medienmacht will er auch die Finanzmacht ergreifen. Mit geschickten Schachzügen hat er den eigenwilligsten und erfolgreichsten italienischen Banker an die Wand gespielt und den Weg zu einer Neuordnung der Finanzwelt nach seinen eigenen Interessen geebnet.

Alessandro Profumo ist ein beinharter Manager, geschult bei der Beraterfirma McKinsey und deren Motto verpflichtet: Wachsen, Rationalisieren, Erneuern. 15 Jahre lang stand er an der Spitze von Unicredit, hat mit autoritärem Führungsstil aus einem unübersichtlichen Netz kleiner Regionalbanken, die traditionell im Dienste lokalpolitischer Interessen standen, die größte italienische Bank gemacht, die nach den Regeln des Marktes funktioniert. Und durch internationale Fusionen, unter anderem mit der HypoVereinsbank/Bank Austria, einem internationalen Finanzinstitut, das heute zu den


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