Am Apparat

Warum kämpft H.-C. im Comic gegen Mustafa, Herr Kickl?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Im neuesten FPÖ Comic verspricht "HC", alias Heinz-Christian Strache, einem kleinen Burschen eine Belohnung, wenn er mit der Steinschleuder einem Mustafa eine "aufbrennt". Die Grünen erstatteten deswegen Anzeige. Der Falter wollte den Zeichner des Comics interviewen, dieser möchte aber lieber anonym bleiben. Stattdessen steht Herbert Kickl, Kommunikationschef der Freiheitlichen, Rede und Antwort.

Wissen Sie, warum der Karikaturist des Comics dem Falter kein Interview geben will, Herr Kickl?

Ich kann nicht für ihn sprechen, aber er wird eben wissen, wie seine Arbeit in manchen Bereichen interpretiert wird. Vielleicht spricht er ja mit anderen Medien .

Ist der Comic deshalb nicht signiert?

Das ist die Angelegenheit des Zeichners, ob er seinen Namen daruntersetzen will oder nicht, diese Freiheit werden Sie ihm hoffentlich noch lassen. In einer Zeitung steht ja auch nicht unter jedem Artikel ein Name.

Warum riskieren Sie vor der Wahl schlechte Publicity?

Die Grünen sind anscheinend schon so verspannt, dass sie die spaßfreie Zone ausgerufen haben. Man kann natürlich zwei Bilder rausreißen und mit Gewalt etwas reininterpretieren. Jeder, der den Comic liest, weiß, dass nicht der Türke allgemein gemeint ist, sondern Kara Mustafa von der Türkenbelagerung, das ergibt sich aus der Bildfolge. Ich erinnere an "Asterix", wo die Hinkelsteine nur so herumfliegen, das stellt niemand als Werk nationalistischer Franzosen hin, die sich mit den Italienern anlegen.

Wollte sich die Wiener FPÖ nicht vom steirischen Minarettspiel distanzieren? Ähnelt der Comic nicht dem Spiel?

Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Wir wollen einen Beitrag zur Erhaltung der österreichischen Sagenwelt leisten. Die Türkensagen sind Bestandteil der Tradition, so wie auch schöne Walzermelodien wie Wiener Blut. Das ist etwas Bewahrenswertes.

Interview: Julia Prummer


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