"Mehr Gleichheit ist besser für alle"

Politik | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Womit muss sich die Politik der Zukunft auseinandersetzen? Richard Wilkinson weiß es

Interview: Robert Misik

Selbst der wirtschaftsliberale Economist verbeugte sich in Respekt, in Deutschland gab es begeisterte Rezensionen von FAZ bis taz, nachdem das Buch "Gleichheit ist Glück - Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind" erschienen war. Richard Wilkinson und Kate Picket, zwei Ungleichheitsforscher und Mediziner, haben es geschrieben. Vor allem die beeindruckenden Datenmengen, die die beiden Autoren aufgearbeitet haben, erklären, warum ihr Buch derart einschlug: Anhand von vielen hunderten Datensätzen der OECD, der WHO, aber auch der US-Bevölkerungsstatistik belegen sie, dass Gesellschaften besser funktionieren, wenn sie einen geringeren Grad an sozialer Ungleichheit aufweisen. Und die Fakten sind so eindeutig, dass Gegenargumentieren praktisch nicht mehr möglich ist.

Falter: Sie behaupten in Ihrem Buch, soziale Ungleichheit ist nahezu an allen gesellschaftlichen Problemen

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