Mediaforschung

Warum wirbt Hofer mit einer einstigen Billa-Ikone, Herr Gull?

Nachfragekolumne

Medien | Julia Prummer | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Von einem "großen Schritt für die Menschheit" sprach Neil Armstrong bei der Mondlandung. Große Schritte waren es auch, als die ersten Flugzeuge gebaut wurden und Bergsteiger Gipfel stürmten. Mit diesen historischen Pionierleistungen wird nun die Arbeit von Werner Lampert im neuen Spot des Diskonters Hofer verglichen.

Der rauschebärtige Haudegen macht zwar keine großen Schritte auf dem Mond, dafür in der biologischen Landwirtschaft - in der Hofer-Werbung wird er deshalb zum "österreichischen Biopionier". Nicht zum ersten Mal.

Seit einem Jahr ist Lampert die Leitfigur der "Zurück zum Ursprung" Werbekampagne. "Zurück zum Ursprung" ist Hofers Bio-Nahrungsmittelmarke und erinnert nicht von ungefähr an die "Ja natürlich"-Linie von Billa. Lampert hatte sie 1994 gegründet, verließ dann aber 2003 den Rewe-Konzern.

Lampert war durch seine Arbeit für Billa bekannt genug geworden, um selber als Marke zu funktionieren - eine Marke, die nun mit Hofer erneut eine profitable Verbindung eingegangen ist. "Wir verbinden eine sachliche Botschaft mit dem Charisma und Enthusiasmus von Werner Lampert, das kommt beim Publikum an", erklärt Markus Gull, Creative Director der Agentur Gull & Company, die Werbestrategie.

Ist Biogemüse denn wirklich vergleichbar mit der Mondlandung ? Gull meint, ja: "Der Spot vergleicht Pionierleistungen auf unterschiedlichen Feldern. Pioniere gehen immer einen Schritt weiter als andere, ihre Leistungen sind gleich viel wert." Angst, dass die Leute nicht wissen, wer Lampert ist, hat Gull nicht. Selbst wenn man ihn nicht erkennt, funktioniert der Spot: Lampert ist so "bio" wie sein Gemüse - schließlich sieht er aus wie ein echter Naturbursche.


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