Jeder Programmierer eine Drama-Queen: Die umstrittene Gründungsgeschichte als Film

Medien | Joachim Schätz | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Es wäre eine Traumpartie gewesen: auf der einen Seite das "soziale Medium" Facebook mit seinen Übersetzungen zwischenmenschlicher Kontakte in visuelle Benutzeroberflächen; auf der anderen Seite der ehemalige Spezialeffekttechniker David Fincher, der sich wie kaum ein anderer Filmemacher mit der Formbarkeit des Visuellen im digitalen Zeitalter befasst hat. Wer könnte Bilder für die Veränderung unseres Alltags durch Social Media finden, wenn nicht Fincher, in dessen Arbeiten wie "Se7en" oder "Fight Club" sich Krisen und Transformationen stets direkt am manipulierten Bildkörper abzeichnen?

Dieses Rendezvous wurde abgesagt. Ausgerechnet "The Social Network", das Drama über die umstrittene Gründungsgeschichte von Facebook, löst sich so traditionell in Schuss-Gegenschuss-Manöver auf wie kein Fincher-Film zuvor. Seine gediegene Inszenierung des Scripts von Edelfeder Aaron Sorkin ("The West Wing") schließt dezidiert nicht an die Interface-Ästhetik von Filmen wie "Hulk" oder "Speed Racer"


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