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Medien | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Blackberry Torch - ein Gerät mit Identitätsproblemen

Prüfbericht: Thomas Vasek

Eins und eins macht zwei, so haben wir es in der Schule gelernt. Ein tolles Feature plus ein weiteres tolles Feature ergibt folglich zwei tolle Features. Also hat man bei Blackberry-Hersteller RIM eins und eins zusammengezählt und zur Tastatur einen Touchscreen addiert. Herausgekommmen ist der Blackberry Torch - und ein Beispiel dafür, dass der Mathematik nicht immer zu trauen ist. Einst war der Blackberry ein wunderbar stringentes, seriöses Arbeitsgerät. Dank perfekter Tastatur fehlte einem der Touchscreen nicht sonderlich, fürs Herumdaddeln hatte man ohnehin keine Zeit. Den Blackberry benutzte man für E-Mail - und für sonst nichts. Getrieben vom Konkurrenzdruck, will Hersteller RIM nun aber auch Privatkunden erreichen.

Das Ergebnis ist ein Kompromiss. Beim 3,2-Zoll-Display fängt es schon an: Die Auflösung von 480 mal 360 Pixel ist ein Witz gegen das neue iPhone 4. Der Torch (rund 550 Euro ohne Vertrag) auch deutlich schwerer und etwas größer als das Apple-Gerät. Ein deutlicher Fortschritt ist das neue Betriebssystem. Die Navigation ist komfortabler geworden, etwa merkt sich der Torch die am häufigsten verwendeten Funktionen.

Verbessert hat RIM auch die Kamera (5 Megapixel) und den Mediaplayer. In Summe ist der Torch ein anständiges Gerät - aber irgendwie weder ein richtiger Blackberry noch ein iPhone. Manchmal ist die Summe von eins und eins eben nur eineinhalb. Und das lehrt bekanntlich nicht die Schule, sondern das Leben.

Thomas Vasek ist Journalist und Buchautor in München


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