Der Film im Kopf

Feuilleton | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Der Künstler Nadim Vardag beschäftigt sich mit den Grundlagen des Kinos

Porträt: Nicole Scheyerer

In einem Gespräch, das der Filmemacher Alexander Kluge und der Neurowissenschaftler Eric Kandel 2007 geführt haben, ist von den Dunkelphasen im Kino die Rede. Kandel weist darauf hin, dass das Gehirn die für das Auge unsichtbaren schwarzen Momente zwischen den Kadern sehr wohl registriert. "Eine Achtundvierzigstelsekunde lang ist es dunkel, eine Achtundvierzigstelsekunde lang ist ein Bild belichtet. Das ist für das Hirn eine interessante Bewegung", erklärt der Nobelpreisträger zum Flimmern. Darauf sei es wohl auch zurückzuführen, dass wir lieber Kinobilder als die Wirklichkeit betrachten.

"In meiner Kunst geht es ganz wesentlich um Abwesenheit und Leere", erklärt Nadim Vardag. Die erwähnten Erkenntnisse der Hirnforschung werden im aktuellen Katalog des 1980 geborenen Künstlers zitiert und interessieren ihn insofern, als der Großteil seiner Arbeiten um das Kino kreist. "Kino und


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