Im Interesse der Republik

Stadtleben | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Fall Martirosian: wie ein Spitzengewichtheber in die Fänge des Asylwesens gerät

Bericht: Christoph Heshmatpour

Während sich in der türkischen Stadt Antalya die weltbesten Gewichtheber messen, sitzt Sargis Martirosian in Lunz am See. Im dortigen Leistungszentrum hat er sich in den vergangenen Monaten auf die Weltmeisterschaft vorbereitet, die jetzt ohne ihn über die Bühne geht. Sargis Martirosian trägt einen rot-weißen Trainingsanzug, den das Emblem der österreichischen Bundessportorganisation ziert. Er hat sich in Antalya gute Chancen auf eine Medaille ausgerechnet.

Doch sein Auftritt fürs Vaterland ist daran gescheitert, dass Sargis Martirosian leider doch kein Österreicher ist. Bis vor ein paar Wochen war er noch armenischer Asylwerber mit negativem Bescheid. Jetzt schwebt er irgendwo im rechtsfreien Raum.

Ein herausragender Athlet

Eigentlich hätte er schnell vor der Weltmeisterschaft im Ministerrat "im Interesse der Republik" eingebürgert werden sollen - gemeinsam mit dem Schauspieler

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