Prost!

Gesunde Limonade, äußerst aufwendig verpackt

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Firefly

Stadtleben | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Rein zufällig ist die Reihe mit den freundlich-bunten Einwegglasflaschen im gutsortierten Supermarkt aufgefallen. Bei näherer Betrachtung wurde der fantasievolle Titel Firefly und die aufs schärfste zu kritisierende Unterzeile "Natural Energy" sichtbar. Polaroidartig aufgemachte Abbildungen von Menschen, die so wirken, als ob man ihnen einen gewissen Lebenshunger nachsagen sollte, mussten dafür über Felsen springen, sich beregnen lassen, einen einarmigen Handstand in der Wüste vollbringen oder über Pfützen galoppieren.

Aber was verbirgt sich hinter all dieser unkompliziert und möglichst authentisch wirkenden Marketingstrategie? Fünf verschiedene kohlensäurefreie Limonaden, die den Anspruch erheben, besonders gesund zu sein. Nun ja, knappe zwei Euro für ein 330-ml-Fläschchen der kurzweiligen Erfrischung wegen hinzulegen, ist zwar verhältnismäßig viel, aber wenig angesichts der trügerischen Hoffnung, die geweckt wird.

Der erste Griff zu Detox erwies sich auch als Glückstreffer. Die Mischung aus Zitrone, Limette und Ingwer ist ausgezeichnet aufeinander abgestimmt.

Bei der internen Verkostung ging Detox als klarer Sieger hervor, dicht gefolgt von Sharpen up (Grapefruit/Maracuja) und Wake up (Pfirsich/Grüner Tee). Als Schlusslicht wurde Recharge (Granatapfel/Zitrone/Holunder) gebrandmarkt. Ohne Bewertung blieb die Sorte Britannia (Apfel/Himbeer/Johannisbeer). Anscheinend ist sie nicht für das Festland bestimmt. MS


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige