Willkommen in den Fünfzigern

Steiermark | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Anna Badora eröffnet ihre Saison am Schauspielhaus mit Arthur Millers "Hexenjagd". Warum eigentlich?

Theaterkritik: Hermann Götz

In Viktor Bodós "Liliom" gibt es eine Szene, in der sich Jan Thümer die Kleider vom Leib reißt und nackt über die Bühne springt. Blöd nur, dass der Striptease theatralisch wenig motiviert ist. Einen solchen Vorwurf muss sich Anna Badora für ihre Eröffnungsinszenierung nicht machen lassen. Hier hat alles seine Motivation. Wenn zu Beginn von Arthur Millers "Hexenjagd" eine Gruppe Mädchen, angeleitet von der Afrikanerin Titupa, nackt ums Feuer tanzt, dann sind sie eben nackt, die Mädchen. Und Titupa wird von der aus Kenia stammenden Mercy Dorcas Otieno dargestellt. Alles echt. Die Wildwest-Klamotten der Darsteller und die ebenso karge Lichtsituation - Kerzen spielen eine wesentliche Rolle - tun das Ihre zu einer fast kinotauglichen Realismus-Illusion.

Als Regisseurin wurde Badora scheinbar von Daniel Kehlmanns berüchtigter Theaterrede inspiriert. Sie gibt


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