Brennpunkt Sockel

Steiermark | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Die Kunst ganz nahe zum Betrachter zu bringen, ist eine trickreiche Sache. Der steirische herbst macht's - nicht ganz freiwillig - vor.

Kunstkritik: Ulrich Tragatschnig

Direktheit zwischen Kunst und Betrachter respektive Benutzer herzustellen, ist im Ansatz so klassisch avantgardistisch wie letztlich diffizil. Mit Franz West zeigt das Kunsthaus Graz - in einer übrigens schlüssig auf das skulpturale Werk fokussierten Version einer gemeinsam mit dem Kölner Museum Ludwig und dem MADRE, Neapel produzierten Retrospektive - jedenfalls einen Künstler, dem in Sachen unmittelbarer Anverwandlung durchaus Virtuosität zugesprochen werden kann. Schließlich sind seine "Passstücke" der Versuch, Mensch und Kunstwerk so hautnah wie möglich zusammenzubringen, wenn nicht gar ineinander aufgehen zu lassen: Formen aus Pappmaschee, die man sich überstülpen kann oder mit denen man sich in eine Kabine zurückziehen soll, um dort gemeinsam mit ihnen zur Skulptur zu werden. In der Arbeit "Integral" beschränkt

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