Vom Los zum allgemeinen Wahlrecht

Bernhard Madlener | Special | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Römer und Griechen als Ahnen unserer Demokratie? Keineswegs, sagen Historiker und Juristen. Ein kurzer Abriss über unsere Herrschaftsform und ihr Wahlsystem, das Jahrhunderte brauchte, um sich zu entwickeln

Das allgemeine Wahlrecht erscheint uns selbstverständlich. Dabei ist es alles andere als das.

Am Beginn: Pöbelherrschaft der mächtigen Oligarchen

„Das ist ein Etikettenschwindel“, sagt Karl Ucakar, Vorstand des Instituts für Staatswissenschaft an der Universität Wien: Mit der heutigen Demokratie habe das antike Griechenland nichts zu tun.

Für Aristoteles (384–322 v. Chr.) kam das damalige Athen einer „Pöbelherrschaft“ gleich, deren Intention einer Oligarchie entsprach – also der Herrschaft weniger, in der „die besten Männer der Gesellschaft“ die Macht hatten. Natürlich könnte man auch unser System so charakterisieren, dass eine bestimmte kleine Gruppe die gesellschaftlichen Spielregeln festlegt. Diese Männer und Frauen sind aber legitimiert, da sie über freie

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