Verlorene Stimmen

Special | Bernhard Madlener | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Demokratischer Alltag: Wenn die Mehrheit nicht wählt, gibt eine Minderheit den Weg vor. Über die Gründe, warum Menschen auf ihr Wahlrecht verzichten und die Unterschiede zwischen Weiß- und Nichtwählen

Ich werde weiß wählen“, sagte Karlheinz Kopf, ÖVP-Klubobmann im Parlament, vor der Bundespräsidentschaftswahl im Frühjahr. Es entbrannte eine Diskussion darüber, ob dieses Wahlverhalten, weil auch allen ÖVP-Sympathisanten empfohlen, demokratisch sei.

Weißwählen ist nicht Nichtwählen

Dabei wurden zwei Handlungsmöglichkeiten und deren Konsequenzen vermischt: die ungültige Wahl und die Wahlenthaltung. Wer „weiß“ wählt, wählt in der Regel ungültig. Dabei ist es egal, ob das Kreuz bei allen zur Wahl stehenden Kandidaten oder Parteien gleichzeitig gemacht oder ob gar niemand gewählt wird. Die Stimme wird bei den Wahlhochrechnungen berücksichtigt. Es handelt sich um eine Stellungnahme, die besagt: Ich kann mich mit keiner der zur Wahl stehenden Parteien und/oder Personen


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