„Sinnvoller wäre es, ungültig zu wählen“

Special | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Die Wiedereinführung der Wahlpflicht wäre ein Anachronismus, sagt Politologe Reinhold Gärtner. Er ist Professor am Institut für Politikwissenschaft der Uni Wien, wo er sich vor allem den Bereichen Rassismus, Antisemitismus, der Ausländerpolitik und dem politischen System Österreichs widmet.

Was bedeutet Nichtwählen für Sie?

Reinhold Gärtner: Es ist ein legitimes Verhalten, das man nicht als undemokratisch abtun darf. Aber man verzichtet natürlich auf etwas, wenn man nicht von seinem Wahlrecht Gebrauch macht. Sinnvoller wäre es, ungültig zu wählen – damit könnte man tatsächlich signalisieren, dass man mit dem Angebot unzufrieden ist.

Warum gehen immer weniger zur Wahl?

Gärtner: Das Wahlverhalten, und damit auch die Frage des Nichtwählens, ist von der politischen Kultur eines Landes abhängig. In der Schweiz ist die Wahlbeteiligung traditionell niedrig, aber dort kann man sich über Volksabstimmungen einbringen. In Österreich war die Wahlbeteiligung in der Vergangenheit recht


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