Vorhersagemethoden

Special | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Es gibt unterschiedliche Methoden, um das Endergebnis einer Wahl vorherzusagen: simple Trendanalysen ebenso wie komplexe Aggregatdatenanalysen zum Beispiel. Wir haben uns das Vorgehen der Wahlforscher von SORA angesehen:

Die Hochrechnung

Wenn den Forschern einige Prozente der Wahlergebnisse zur Verfügung stehen, können sie zumeist eine präzise Hochrechnung erstellen. Ergebnisse von Briefwahlkarten und Bezirksvertretungen zählen nicht dazu und werden erst in späteren Berechnungen dargestellt. Die Hochrechnung basiert auf der Analyse von „Aggregatdaten“, darunter versteht man etwa die Ergebnisse von Bezirken oder Sprengeln. Das Grundprinzip der Hochrechnung ist es, das Verhalten der Wähler von ausgezählten auf unausgezählte Gebiete zu übertragen, um einen Trend zu berechnen. Dazu dient im Falle Wiens etwa die Wählerstromanalyse.

Die Wählerstromanalyse

Bezogen auf die Wien-Wahl stelle man sich zwei Kisten vor. Eine voll Äpfeln und eine voll Birnen. Die Apfelkiste steht für die „Arbeiterbezirke“, die Birnenkiste für die „bürgerlichen Bezirke“. Bei den ausgezählten Äpfeln werden Wahltrends erfasst und auf die unausgezählten Äpfel übertragen – ebenso bei den Birnen. Verglichen werden diese Daten mit jenen der vorangegangenen Wahl im statistischen Verfahren „multiple Regression“. Vor der Wahl wurden Gruppen von Sprengeln identifiziert, in denen ähnliche Wahltrends stattfinden könnten. Kriterien der Einteilung sind die Zahl der Wahlberechtigten, die sozioökonomische Struktur oder die historische Stärke der Parteien. Ungültige Stimmen werden der Gruppe der Nichtwähler zugeschlagen. Am Wahlabend werden, auf diesen Gruppierungen basierend, mehrere Varianten ausgewertet und gemittelt.


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