Die Zeitlosigkeit unter der Mitternachtssonne

Special | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Die Musik von Morton Feldman euphorisiert ihre Hörer. Was ist ihr Geheimnis?

Porträt: Carsten Fastner

Es ist etwas Besonderes um die Musik Morton Feldmans und die geheimnisvolle Wirkung, die sie auf ihre Zuhörer hat. Viele Metaphern wurden schon bemüht, um diese Eigentümlichkeit zu fassen – musikologische, psychologische und physikalische; spirituelle, esoterische, kabbalistische gar.

Den wohl schönsten, gewiss aber den verheißungsvollsten Vergleich fand Ulrich Dibelius in einem seiner „Kritischen Exkurse“: Wer sich nur immer tiefer in Feldmans Musik verwickeln lasse, dem schenke sie „ein Erlebnis von Freiheit, Schwerelosigkeit, Gegenwartserfahrung, das – ähnlich wie die Euphorie über den nicht endenwollenden Tag in Gebieten der Mitternachtssonne – einen neuen Raum des eigenen Daseinsgefühls zu erschließen scheint. Die Wahrnehmung wird wichtiger als das Wahrgenommene, die Phänomene verselbstständigen sich, denn Zeit entfaltet einen Aspekt von Zeitlosigkeit.“

Das ist


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