Premieren

Die Dramatisierung eines Phantomromans

Lexikon | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Die galizische Kleinstadt Drohobycz gehörte zu Österreich-Ungarn, Polen und der Sowjetunion; heute liegt sie auf ukrainischem Staatsgebiet. Berühmtester Sohn der Stadt ist der jüdische Künstler und Schriftsteller Bruno Schulz, der 1942 im Ghetto erschossen wurde. Er hinterließ zwei Bände mit Erzählungen, die ihm zu einigem Ruhm verhalfen; in Briefen erwähnte Schulz auch einen Roman mit dem Titel "Der Messias", der jedoch verschollen ist. Im Schauspielhaus unternehmen die Autorin Malgorzata Sikorska-Miszczuk und der ebenfalls aus Polen stammende Regisseur Michal Zadara in "Bruno Schulz: Der Messias" nun den Versuch, den Phantomroman auf die Bühne zu bringen. Die Spurensuche führt tief in die Geschichte Kakaniens - und in die Auseinandersetzung mit der politischen Dimension des Begriffs "Messias". WK Schauspielhaus, Premiere Sa 20.00


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