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Geil, geil? Grinderman & Goldfrapp im Gasometer

Lexikon | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Daniel Millers Mute-Label hat in gut 30 Jahren viel Musik in die Welt gebracht. Einflussreiches, Abstruses, Erfolgreiches (Depeche Mode). Zwei der derzeit einträglichsten Acts im Stall konzertieren diese Woche im Gasometer: die hemmungslose Dirty-Old-Men-Kapelle Grinderman, mit der Nick Cave Urlaub von den Bad Seeds nimmt, und das Rollenspiel-Duo Goldfrapp. Wenn man mag, dann fährt beides, aber musikalisch hat das darüber hinaus nicht viel miteinander zu tun. Das Konzertpublikum dürfte sich allenfalls minimal überschneiden.

Eine Gemeinsamkeit eint Grinderman und Goldfrapp allerdings noch. Ihre aktuellen Alben polarisieren Kritik und Fans in hohem Maße. Nick Cave und Kollegen bekommen für den rauen, ungeschliffenen Groove und die proggig-psychedelischen Sounds von "Grinderman 2" einerseits viel Lob, andere aber finden, die Herren würden sich mit den aus spontanen Jams erwachsenen Songs zum Affen machen. Dazu Cave: "Wir haben Spaß an der Grinderman-Musik, aber wir wollen auf keinen Fall den Eindruck erwecken, eine Spaßband zu sein." So oder so kann hier bei entsprechender Tagesverfassung ein vergnüglicher Abend für alle rausschauen.

Auch Goldfrapp haben die Hemmungen über Bord geworfen. Das englische Gespann Alison Goldfrapp und Will Gregory war bislang dafür bekannt, mit jedem Album seinen Stil zu wechseln, von Post-Trip-Hop zu elektronischem Glamrock zu pastoralem Folkgesäusel. Das aktuelle Werk "Head First" klingt zwar wieder anders, doch bei aller Quietschvergnügtheit ein klein wenig berechnend nach dem Motto: Jetzt holen wir uns auch unser Stück vom 80er-Kuchen. Allerdings müssen einem Songs wie "Rocket", "Believer" oder "Head First" in der Prägnanz erst einmal gelingen.

SF

Gasometer, So 20.00 (Grinderman) bzw. Mi 20.00 (Goldfrapp)


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