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Melodram mit Starr- und Alltagssinn: "Lola"

Lexikon | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Auf Tagalog heisst Oma "Lola" und ist Titel dieses tollen Melodrams von Brillante Mendoza, das den Bewegungen zweier Großmütter durch die Instanzen der philippinischen Gesellschaft folgt. Der Enkel der einen hat den der anderen getötet, wegen eines Handys. Die Tat ist bereits begangen, als der Film mit einem langen Marsch durch die Straßen von Manila einsetzt: Lola Sepa (Anita Linda), begleitet vom kleinen Jay-Jay, will an dem Ort, wo ihr Enkel gestern ermordet wurde, eine Kerze anzünden. Weil der Wind die Flamme immer wieder ausbläst, ist für diese Geste des Gedenkens beträchtlicher Starrsinn vonnöten. Unterdessen ist der inhaftierte Täter ebenfalls auf die Fürsorge seiner Oma (Rustica Carpio) angewiesen. Die Lösung, auf die sich beide Familien einigen, ist mehr ökonomischen Notwendigkeiten geschuldet als (unseren?) Bedürfnissen nach Sühne oder Vergebung. JS

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