Wien wurde nicht Chicago, sondern São Paulo

Politik | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

1989 gab die Stadt Wien eine Zukunftsstudie namens Wien 2010 in Auftrag. Erfüllt haben sich die extremsten Prognosen

Retrospektive: Hannes Swoboda

Es war 1989, während einer Stadtentwicklungsenquete im Wiener Rathaus, als wir erfuhren, dass sich die Grenzen zu unseren östlichen Nachbarn öffnen würden.

Als Stadtrat für Stadtentwicklung und Stadtplanung war mir damals klar, dass wir nun auch unsere Prognosen für Wiens Zukunft neu schreiben würden müssen. Wir tauften das Projekt "Wien 2010". Viele Experten auch außerhalb des Magistrats beteiligten sich. Kurz darauf wurden die Ergebnisse als dreibändige Studie publiziert.

Ich selbst erwartete mir sogar eine "Neue Gründerzeit" für Wien im Zuge des Falls des Eisernen Vorhangs. Die - erste - Gründerzeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte für Wien einen enormen Wachstumsschub gebracht. Warum sollte es nicht auch diesmal so sein? Aber auch ich wusste: mehr Bewohner heißt mehr Wohnungen, mehr Betriebe, mehr Verkehr und


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