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Bücher, entstaubt

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Über die Rechte der Aufdecker

ORF, Profil und Justiz streiten um das Redaktionsgeheimnis und die Rechte von investigativen Journalisten. Welche Rechte haben Aufdecker? Ein Blick in Standardwerke ist hilfreich. Den Klassiker "Investigative Journalism" schrieb der britische Kommunikationswissenschaftler Hugo de Burgh. Er gibt wertvolle Einblicke in verschiedene Rechtsordnungen und Pressesysteme - etwa China. Der deutsche Kommunikationswissenschaftler Lars-Marten Nagel liefert mit "Bedingt ermittlungsbereit" eine aufwendig durchgeführte Vergleichsstudie, die er nach Besuchen in deutschen und amerikanischen Zeitungsredaktionen erstellt hat. In den USA, so Nagel, ist Aufdeckungsjournalismus institutionalisiert und mit wesentlich mehr Informationsbeschaffungsrechten ausgestattet. Eine packende historische Studie zur Pressefreiheit in den USA schrieb der Pulitzer-Preisträger Anthony Lewis. In "Freedom for the Thought That We Hate" erzählt er nicht nur vom mühsamen Kampf um die Meinungsfreiheit in den USA, er schildert anhand des Briefverkehrs und der persönlichen Notizen von Höchstrichtern, wie der Supreme Court sein liberales Verständnis der Pressefreiheit errungen hat.

Hugo de Burgh: Investigative Journalism. Routledge; Lars-Marten Nagel: Bedingt ermittlungsbereit. Lit-Verlag; Anthony Lewis: Freedom for the Thought That We Hate. Basic Books. Alle auf Amazon erhältlich


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