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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Wer schon immer andere Menschen ausbeuten wollte, bekommt jetzt im Web die Möglichkeit dazu. Auf Fiverr.com können Menschen Dienstleistungen für nur fünf Dollar anbieten, vier Dollar gehen an den Arbeiter am anderen Ende der Internetleitung, ein Dollar an das Start-up-Unternehmen selbst. "The things people do for $ 5" lautet das Firmenmotto. Es ist in der Tat faszinierend, was Menschen für diesen Hungerlohn tun. "Ich tippe dein Audio-Dokument ganz schnell ab", lautete ein Angebot. "Ich werde dich als Cartoon zeichnen", verspricht ein anderes. Dieser Onlinedienst ist eine schlimme Mischung aus Kapitalismus und Web 2.0. Darauf gestoßen bin ich über die Bloggerin Jana Herwig. Sie hat die Dollarpreise in Euro umgerechnet und fragt: "Ob es wehtut, Dienstleistungen für 3,84 Euro abzüglich Provision, d.h. 3,01 Euro zu verkaufen?" Mich schmerzt dieses Preisdumping. Mittlerweile leben wir zwar im globalen Dorf, aber niemand hat uns gewarnt, wie schleißig die Bezahlung dort sein würde.


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