Der Wilde Osten: Philipp Löhles Spaghetti-Western "Die Überflüssigen" im Schauspielhaus

Feuilleton | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Unter den jungen deutschen Dramatikern ist Philipp Löhle, 32, Musterschüler und Klassenkasperl zugleich. In seinen Stücken verhandelt er nicht nur aktuelle Themen, er verpackt diese auch in knackige Plots und Dialoge, über die man wirklich lachen kann.

Löhle hat ein Herz für Spinner. Der Held von "Genannt Gospodin" (2007) ist ein radikaler Arbeitsloser, der alle Jobangebote brüsk von sich weist. Und "Die Kaperer" (2008 im Schauspielhaus uraufgeführt) handelt von einem modernen Noah, der ein hochwassersicheres Haus erfunden hat.

Auch der Held von Löhles neuem Stück "Die Überflüssigen" kämpft auf verlorenem Posten: Nach dem Tod seiner Eltern ist Eddie "Spaghetti" Seuss nach Hause gekommen, in ein Kaff namens Lükke. Vor ihrem Autounfall hatten die Eltern mit Navigationsgeräten gehandelt - ein kühnes Unterfangen, zumal die gottverlassene Gegend von Navis gar nicht erfasst wird ("Für diese Region liegen keine Daten vor"). Ähnlich zweifelhaft Spaghettis


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige