Quantenphysik und Essigchips

Feuilleton | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Der coolste Slapstick unter der Sonne: Ian McEwans Roman "Solar"

Buchrezension: Klaus Nüchtern

Dieser Tage wird bekanntgegeben, an wen der heurige Literaturnobelpreis geht. Die Wetten stehen auf Lyrik, aber das ist nicht der einzige Grund, warum Ian McEwan leer ausgehen wird: drei Briten in nur sechs Jahren - way too much; während man Harold Pinter (2005) und Doris Lessing (2007) die Trophäe zum Lebensende hin noch schnell für ein Werk hinterherwarf, dessen Strahlkraft schon deutlich nachgelassen hatte, steht ihr 62-jähriger Landsmann am Zenit seiner Schaffenskraft - auch das spricht also eher gegen ihn.

Dass McEwan bei Nobelpreisspekulationen bislang ungenannt blieb, hängt aber auch mit einer Qualität seines Schaffens zusammen, die sich, je nach Blickwinkel, als Vorzug oder Defizit auslegen lässt: An seinem Werk kann man zwar spezifische Themen und Zugangsweisen ausmachen, aber diese nur schwer zu einem eigenständigen literarischen "Universum" stilisieren. McEwan ist vielmehr ein


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