Prost!

Nicht nur im Hochsommer erfrischt der Minzetee

Lexikon der Getränke. Diese Woche: frischer Minze-Tee

Stadtleben | aus FALTER 40/10 vom 06.10.2010

Wir wissen gar nicht, ob Pfefferminztee noch zur Grundausstattung von Schullandheimen, Krankenhäusern und Privathaushalten gehört. Jedenfalls hat man mit Pfefferminztee, selbstverständlich unter Zuhilfenahme schlecht verpackter, nahezu aromabefreiter Teebeutel hergestellt, einst den Menschen im jugendlichen Alter bereits die Lust am Teetrinken verdorben. Ob die Unsitte, Pfefferminztee mit Milch (!) zu "veredeln" ausschließlich in der Familie des Autors dieser Zeilen gang und gäbe war, oder weltweit, müsste man noch recherchieren.

Jedenfalls ist Pfefferminztee großartig. Wenn man ihn richtig zubereitet und zum richtigen Zeitpunkt serviert. Dafür muss man weder Wüstensohn sein noch mit dem Kamel durch die Sahara gondeln. Ja, auch ohne Hochsommerhitze schmeckt die Fusion von Minzeblättern.

Die getrocknete Variante - verzichten Sie auf Teebeutel und nehmen Sie richtige Blätter, gibt's im guten Teehandel - ist dabei stets zweite Wahl. Wer über einen Garten oder ein Balkonkisterl verfügt, sollte sich ein Pflänzchen holen. Das Zeug wuchert nämlich wie blöd. Wir übergießen eine Handvoll Minzeblätter und -stängel (zupfen ist nicht notwendig) in der Teekanne mit einem Liter sprudelnd kochendem Wasser und lassen das Ganze fünf Minuten ziehen. Je länger, desto schärfer schmeckt der Tee. Puristen nehmen den Minzetee natürlich ungezuckert ein. Dabei ist Zuckern herrlich authentisch. Und Milch, siehe oben, geht wirklich gar nicht. cw


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige