Kritiken

Nicht richtig tragisch, noch weniger komisch

Lexikon | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Ein Stück, in dem ein Baby stirbt, eine Frau ermordet wird und eine andere Selbstmord begeht, als "Tragikomödie" zu bezeichnen, ist kühn. Ganz falsch ist es nicht: Der Witz von Gerhart Hauptmanns Drama "Die Ratten" (1911) besteht darin, dass es in einem Theaterfundus spielt, wo der Herr Direktor mit seinen Schauspielschülern über Schillerverse streitet - und von den wahren Tragödien, die um ihn herum passieren, nichts mitbekommt. Nicht richtig tragisch und noch weniger komisch geht's im Volkstheater zu; eine unentschlossene Inszenierung (Ingo Berk), eine ungenaue Textfassung (Dimitré Dinev) und eine überforderte Hauptdarstellerin (Claudia Sabitzer) sind die Hauptprobleme eines Abends, der am Rande aber auch Qualitäten hat. Dem aus Graz geholten Dominik Warta etwa gelingt als Prolo im Karli-Sackbauer-Outfit ein schöner Einstand. WK Volkstheater, Mo 19.30


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