Kritik

Die Suche nach dem verlorenen Messias

Lexikon | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Dramatisierte Romane erfreuen sich großer Beliebtheit. Im Schauspielhaus ist man schon einen Schritt weiter: Dort haben sie jetzt einen Roman dramatisiert, den es gar nicht gibt. Der galizische Autor Bruno Schulz hat möglicherweise einen Roman namens "Der Messias" geschrieben, der jedoch verschollen ist. Malgorzata Sikorska-Miszczuk (Text) und Michal Zadara (Regie) unternehmen in "Bruno Schulz: Der Messias" den Versuch, dieses Phantom auf die Bühne zu bringen. Eine charmante Idee, die aber viel zu bieder umgesetzt wird: In eine Making-of-Rahmenhandlung werden mehr oder weniger witzige Szenen von der absurden Suche nach dem Manuskript verpackt. Bruno Schulz wurde am 19. November 1942 auf offener Straße von einem SS-Mann erschossen. Mehr als das erfährt man von ihm an diesem Abend nicht. WK

Schauspielhaus, Do 20.00


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