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Lexikon | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Kurz besprochen: Die Kultur der Erinnerung, der Dichter der Erinnerung - und noch ein Franzose

Gedächtniskultur

Sigrid Hauser: Der Fortschritt des Erinnerns. Wasmuth, 192 S., ? 25,-

Eine rostfarbene Stahltreppe durchstößt eine steil abfallende Klippe - der Sturz in den Abgrund wird nur durch eine Glasscheibe verhindert; darauf die Aufschrift "Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der berühmten". Die vom israelischen Künstler Dani Karavan 1994 errichtete Denkmalanlage machte den spanisch-französischen Grenzort Portbou, in dem der Philosoph Walter Benjamin 1940 auf der Flucht vor den Nazis Selbstmord beging, zu einem der spektakulärsten Gedächtnisorte Europas. Sigrid Hauser, Architekturtheoretikern an der TU Wien, synchronisiert in ihrer reichillustrierten Studie die Beschreibung des Denkmals mit Benjamins Leben und Sterben. Im Zentrum steht dessen These "Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein". Überlegungen


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