Kolumne

Der Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo hilft nicht nur China

Außenpolitik

Franz Kössler | Falter & Meinung | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Die chinesische Regierung hat Recht, wenn sie behauptet, die Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo sei nicht im Sinne von Alfred Nobel, sondern als politischer Druck gemeint. Dennoch war die Entscheidung richtig, und Pekings überzogene Reaktion legt nicht einen Missbrauch des Preises offen, sondern die Verunsicherung des Regimes.

Tatsächlich wollte Nobel traditionelle Friedensaktivisten auszeichnen. Der Preisträger sollte "auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten (?) von Friedenskongressen hingewirkt" haben. In Norwegen selbst fordert eine kritische Bewegung von Atomwaffengegnern die Rückkehr zu den ursprünglichen Intentionen des Stifters.

Doch im Laufe der 109 Jahre, in denen der Preis vergeben wurde, hat sich der Friedensbegriff des Nobelkomitees immer mehr erweitert. Nobels Wunsch nach Verbrüderung der Völker - sagt der jetzige Vorsitzende Thorbjoern Jagland - setzt die Achtung der Menschenrechte voraus.

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