Unten arm, oben reich

Politik | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

In diesem Eckhaus am Yppenplatz leben kaum Österreicher. Dennoch hat Rot hier die Mehrheit. Warum?

Hausbesuch: Ingrid Brodnig, Barbara Tóth

Es ist ein mächtiges Haus, von dem hier die Rede ist. Es steht an einer der belebtesten Ecken des Wiener Yppenmarkts, die Hauptfront blickt zur Sonnenseite. An Samstagen wird diese Seite der hellblauen Fassade zur Kulisse für die bourgeoise Boheme auf der Suche nach etwas Multi-Kulti-Laissez-Flair. Die andere Flanke geht auf die schattige Yppengasse, sie zieht sich über zwei Häuserblocks. Wer das Haus betreten will, muss hier entlang, vorbei an einem türkischen Bistro, bis er am Ende vor einer schlampig gestrichenen Tür mit einem ausgetauschten Schloss und einer Gegensprechanlage mit vier langen Klingelreihen steht. Türkische, slawische, österreichische Namen sind hier aufgelistet.

Sie werden in dieser Geschichte keine Rolle spielen. Nur das, was die Bewohner zu sagen haben, interessiert. Und welchen politischen Schluss sie daraus ziehen. Ihre


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