Das rostrote Erbe

Politik | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Der Dammbruch von Kolontár öffnet die Augen dafür, was im ehemaligen Osten alles unter und über der Erde liegt

Reportage: Joseph Gepp, Kolontár

Am Montag, dem 4. Oktober, um 12.25 Uhr, geht Imre Fuzessy, 63 Jahre, hinter sein Haus, um die Hasen im Käfig zu füttern. Ein paar Häuser weiter legt sich János Szanyi, 85, zur gleichen Zeit zum Mittagsschlaf nieder. Seine Frau Karolina, 84, tritt währenddessen in den Garten hinaus.

Die Welle sei um die Mittagszeit über das Dorf gerollt, weswegen hauptsächlich alte Menschen zu Hause waren, erzählt zehn Tage später eine Sprecherin des ungarischen Katastrophenschutzes. Nur deshalb seien neben 150 Verletzten lediglich acht Tote zu beklagen - und nicht einige hundert.

Die Szanyis waren aber zu Hause, ebenso Fuzessy. Sie wurden Opfer einer der größten Umweltkatastrophen der jüngeren europäischen Geschichte. Die Welle, die bis ins Schlafzimmer von János Szanyi vordrang, war zweieinhalb Meter hoch. Eine Milliarde Liter rostroter Schlamm


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