Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Gitterbetten hinter Gittern: in Maria Fekters Kindergefängnis

Sechs Uhr "Wecken", dann Frühstück, bestehend aus "0,3 Liter Warmgetränk, einer Portionsbutter, einer Portionsmarmelade und zwei Semmeln". So beginnt der Tag im Kindergefängnis auf der Roßauer Lände. Kindergefängnis? "Es ist ein Aufenthaltszentrum für Familien vor der Außerlandesbringung", klärt Oberst Josef Zinsberger auf. Jene zwei achtjährigen Mädchen, die vergangene Woche unter dem Protest von Menschenrechtlern abgeschoben wurden, seien rechtlich gesehen nicht in Schubhaft gesessen, sondern hätten nur ihren Vater "begleitet".

Die Haftbedingungen? "Vorbildlich", sagt Zinsberger. Kindergitterbetten, eine Küche mit einem Milupa-Brei-Depot, ein Sofa, Fernseher, eine Spielecke, an den Wänden Pickerln mit Katzerln. "Alles so, wie es der Menschenrechtsbeirat vorschreibt", sagt Zinsberger. Doch der hatte im Jahr 2000 empfohlen, "eine Inschubhaftnahme von Minderjährigen unter 14 Jahren gesetzlich zu verbieten".


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