100 Jahre Heiterkeit

Feuilleton | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Fritz Muliar ist tot, Elfriede Ott wurde entführt. Den Kammerspielen geht es trotzdem gut

Jubiläumsreport: Wolfgang Kralicek

Dass es in den Kammerspielen nicht 498, sondern 500 Plätze gibt, hat das Theater angeblich Hans Krankl zu verdanken. Die Fußballerlegende soll 1993 den Wunsch geäußert haben, mit seiner Gattin die Komödie "Othello darf nicht platzen" zu besuchen. Weil aber alle Vorstellungen ausverkauft waren, sollen damals zwei zusätzliche Sessel in den Parkettboden geschraubt worden sein, die bis heute nicht mehr abmontiert wurden.

Beim Falter-Lokalaugenschein in den Kammerspielen kann zwar weder der Direktor noch einer der anwesenden Bühnenarbeiter sagen, wo die "Krankl-Sessel" stehen und ob es sie überhaupt jemals gegeben hat; aber die Anekdote ist jedenfalls bezeichnend für ein Theater, in dem der Kunde wirklich noch König ist.

Vor genau 100 Jahren, am 14. Oktober 1910, wurde im Keller eines Neubaus in der Rotenturmstraße die Residenzbühne eröffnet. Seit 1916 heißt

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