Die Vaterfigur der Vaterfigurenarchitektur

Feuilleton | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Die Bedeutung des Architekten Johannes Spalt bemisst sich nicht an den wenigen Bauten, die er verwirklicht hat

Nachruf: Jan Tabor

Da und dort kann man in der Stadt Johannes Spalt noch antreffen. Er ist 34 Jahre alt, trägt die sogenannte Le-Corbusier-Brille, ein dezentes elegantes Sakko, einen Schal - verhaltene Eleganz, zeitlos. Man kann wohl behaupten, dass Spalt in den 50ern - so wie Loos in den 20ern - der bestgekleidete Architekt Wiens war.

Da und dort wurde das Plakat für die AzW-Ausstellung "X-Projekte der Arbeitsgruppe 4. Holzbauer, Kurrent, Spalt. 1950-1970" noch nicht überklebt. Auf dem Plakat ist das Foto zu sehen, das Franz Hubmann 1954 gemacht hat: Spalt steht hinter seinen Kompagnons Friedrich Kurrent und Wilhelm Holzbauer.

Kurrent lutscht nachdenklich am Bleistift, sieht aus wie ein etwas ratloser Meisterschüler; Holzbauer scheint in seiner So-ist-es-halt-und-es-ist-gut-so-Haltung keinerlei Zweifel zu hegen, aber auch er ist noch ein Architekturstudent.

Spalt, zehn bzw. 11


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