Fernsehkunst statt Kunstfilm

Feuilleton | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Mit der Serie "Im Angesicht des Verbrechens" beweist Dominik Graf einmal mehr, wie aufregend TV sein kann

Würdigung: Maya McKechneay

Es gibt Leute, die beteuern, dass das Beste auf der Berlinale 2010 eine Fernsehserie gewesen ist. Die Rede ist von Dominik Grafs zehnstündigem Polizeithriller "Im Angesicht des Verbrechens" (arte/ARD/ORF), der in der Forums-Sektion des Berliner Festivals Weltpremiere feierte - eine ungewöhnliche Ehre. Vorgeführt in zwei Blöcken à fünf Stunden gab es nach jeder Folge Standing Ovations für Graf und sein Team. Die FAZ schrieb von einem "Bravourstück", Katja Nicodemus, Filmkritikerin der Zeit, bejubelte die Serie gar als "die Krönung von Grafs bisherigem Schaffen" und "einen Meilenstein der deutschen TV-Geschichte".

Wer aber ist dieser Dominik Graf? In Deutschland mag man sich noch an seine Exkursionen ins groß budgetierte Genrefach erinnern. Damals, 1988, als Graf mit dem geschickt in Parallelmontagen erzählten Bankraubthriller "Die Katze" tatsächlich


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