"Wir sind ja nicht so wichtig"

Feuilleton | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Franz Welser-Möst, der neue Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper, im Gespräch über Künstler

Interview: Carsten Fastner

Paris, um 1680. Die Stadt steht im Bann einer geheimnisvollen Mordserie. Jeder, der ein Schmuckstück des großen Goldschmieds Cardillac erwirbt, wird bald darauf tot aufgefunden. Die Geschmeide aber verschwinden spurlos. Schließlich stellt sich heraus, dass der Künstler selbst die Morde begangen hat: Cardillac konnte sich nicht von seinen Kunstwerken trennen.

Mit der Novelle "Das Fräulein von Scuderi" schuf E.T.A. Hoffmann 1820 die erste deutschsprachige Kriminalerzählung. Als die Psychologie Jahrzehnte später die Identifikation des Künstlers mit seinem Werk und den damit verbundenen Trennungsschmerz beschrieb, griff sie auf Hoffmanns Erzählung zurück und nannte das Phänomen "Cardillac-Syndrom". Und auch als Paul Hindemith 1926 den Stoff vertonte, nannte er seine Oper "Cardillac".

Mit Hindemiths Künstleroper leitet am 17. Oktober Franz Welser-Möst seine


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