In vitro, fertig, los!

Stadtleben | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Der Nobelpreis für den Erfinder der künstlichen Befruchtung, Wiens erstes Retortenbaby und das Geschäft mit der guten Hoffnung

Reportage: Sibylle Hamann

Manche Kinder werden in einem frisch überzogenen Bett gemacht. Manche auf der fleckigen Rückbank eines Kleinwagens. Und manche von Martina Wöbers Händen. Unter der Arbeitsplatte bewegen ihre Finger zwei Joysticks, mit denen sie die Pipettenhalterung steuert. Unter ihrem Mikroskop liegt, 400-fach vergrößert, dick und rund die Eizelle. Rundherum einige Samenzellen, kleines Köpfchen, hintendran ein langer, fadenartiger Schweif. "Diese mit dem Knick würd ich nicht nehmen, die große hier schaut fitter aus. Aber am Ende ist es natürlich Zufall, welche man grad erwischt."

Die Nadel, sechs Mikrometer stark, saugt das auserwählte Spermium ein, sticht durch die elastische Membran der Eizelle. Spermium freigeben, Nadel rausziehen, fertig. Am nächsten Tag zeigt sich, ob die Befruchtung erfolgreich war. "Der Ersatz des elterlichen Aktes


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