Prost!

Die Marille in der Limonade ist eine regionale Besonderheit

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Marillenlimonade

Stadtleben | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Es gibt Obstsorten, die hierzulande eher zu dickem, gesundem Fruchtsaft verarbeitet und kaum mit Kohlensäure in Verbindung gebracht werden, außer man legt selbst Hand an und spritzt mit Mineralwasser. Pfirsich wäre so ein Kandidat, aber auch die Erdbeere, die Marille nicht zu vergessen. Letztere ist die Markenfrucht einer Region, die in Österreich auch als die Weinregion schlechthin bezeichnet wird: die Wachau.

"Mariandl - andl - andl" werden jetzt manche leise vor sich hin summen, an den guten Veltliner Smaragd denken und nicht auf die Idee kommen, dass die Wachau bereits in den 30er-Jahren mit einer erfolgreichen Limonadenspezialität aufwarten konnte: dem Traubisoda, erfunden von Lenz Moser.

Jetzt geht es aber um die Marillenlimonade. Horst Neger heißt der Mann, der in Mautern an der Donau jahrelang an dem richtigen Geschmack feilte, um die feine Marille auch im Limonadenglas geschmacklich abzubilden. Eisgekühlt muss sie sein, dann schmeckt sie wirklich gut. Ist doch nur Limonade, werden Sie sagen, da kann man geschmacklich nicht viel herausholen. Wer von der Zitronen-, Kräuter- und Orangenlimonadenhegemonie unzufrieden geworden ist, kann endlich die Marille in das Geschmacksrepertoire aufnehmen. Die Herausforderung dabei ist, dass man dafür einen Ausflug in die Wachau unternehmen muss, weil sie vornehmlich an regionale Gastronomiebetriebe ausgeliefert wird. Aber das ist ja auch ein schöner, kleiner Anlass für etwaige Spritztouren. ms


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