Tee mit Geistern und Dämonen

Extra | Maya McKechneay | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Weerasethakuls Cannesgewinner "Uncle Boonmee" erzählt vom Leben, vom Tod und vom Urwald dazwischen

Als Onkel Boonmee, ein sterbenskranker Bauer, nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus zu Abend isst, erscheint ihm ein Geist. Ganz allmählich materialisiert sich die junge Frau auf der Terrasse, als wäre sie schon länger dagesessen, halb transparent zuerst, dann klarer umrissen. Es ist Boonmees verstorbene Ehefrau, und nach dem ersten Erschrecken bietet ihr der Witwer Tee und Reis an.

Wie anders ist der Umgang dieses Kinos mit seinen Geistern! Im amerikanischen und europäischen Genrefilm werden sie derzeit wieder mit allen technischen Mitteln gejagt und exorziert. In Südostasien freut man sich über die Rückkehr eines geliebten Menschen und fragt, wie es so geht.

Für den 40-jährigen thailändischen Filmemacher Apichatpong Weerasethakul, der in Interviews (wie viele asiatische Filmemacher) ganz ironiefrei zu seinem Glauben an das Übersinnliche steht, bedeuten Geister- und Dämonenerscheinungen


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