Flüchtlinge auf allen Meeren

Extra | Michael Omasta | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

"Atlantiques" von Mati Diop berichtet in Form einer Geistergeschichte von Flucht und Vertreibung

Wie in einem Fieber, das uns heimsucht im Schlaf, dringen die Worte aus dem Dunkel des Off auf die Leinwand. Man sieht nautisches Gerät, eine Art herrenlosen Kompass, derweil Serigne mit seiner Geschichte anhebt: Er, ein junger Mann aus Dakar, ist über das Meer nach Spanien gefahren. Prompt geriet die Pirogen in Seenot. Einige von uns, berichtet der Erzähler, weinten vor Verzweiflung.

In weiter Ferne pflügt ein Schiff durchs Wasser, daneben wird der Titel eingeblendet: "Atlantiques". Ein verstörender Film, exakt 15 Minuten kurz; geschrieben, fotografiert und inszeniert von Mati Diop, der Tochter des senegalesischen Musikers Wasus Diop, die als Filmemacherin in Paris lebt und kürzlich in "35 Rhums" von Claire Denis ihre erste Hautprolle spielte.

Üblicherweise hören wir von Flüchtlingsschicksalen nur aus den Fernsehnachrichten. Hier freilich, im flackernden Schein des Lagerfeuers, ist für


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