Olivier Assayas, französischer Meisterregisseur, im Gespräch über ?

Extra | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Carlos' Machismo: "Der Mythos um Carlos hat viel damit zu tun, dass er so völlig anders ist als die puritanische Linke seiner Zeit. Er ist ein Macho, ein Hedonist, und passt überhaupt nicht in die 70er-Jahre. Während die meisten ihre Körperlichkeit unterdrückten, warf Carlos seine Männlichkeit den anderen förmlich ins Gesicht. Das war Teil seines Charismas und beeindruckte auch die Militanten um ihn sehr. Deswegen brauchte ich für die Rolle jemanden wie Édgar Ramírez, der diese Art von physischer Präsenz ausstrahlt."

? Terrorismus: "Terrorismus ist nie lokal. Viele Filme über Terrorismus machen den Fehler, dass sie ihn als Phänomen örtlich zu begrenzen versuchen, obwohl ein Terrorist erst seinen Sinn erhält im Zusammenhang globaler Politik und Diplomatie. Es geht im Terrorismus immer um Zirkulation, ums Überqueren von nationalen Grenzen oder den Transport von Waffen durch diesen oder jenen Kanal. Faszinierend an Carlos' Geschichte ist, dass er als eine Art leitender Angestellter


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige