Die Vermessung der Weltwirtschaft

Ramón Reichert | Extra | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

"The Forgotten Space" von Burch und Sekula erinnert daran, dass die Weltmeere ein Schauplatz globaler Waren- und Kapitalströme sind

In der Geschichte des Films galt das Meer lange Zeit als ein wilder und mythologischer Gegenpart zur zivilisatorischen Moderne. Für "The Forgotten Space", den Essayfilm des amerikanischen Künstlers Allan Sekula und des Filmemachers Noel Burch, ist das Meer schon lange kein Freiheitsraum mehr. Seit der "Containerrevolution" der späten 50er-Jahre hat sich das Meer radikal gewandelt. Heute sind die Weltmeere ein hochtechnologischer Verkehrsraum, der von 90.000 Handelsschiffen durchkreuzt wird. 80 Prozent des weltweiten Warenverkehrs werden mit Schiffen abgewickelt.

"The Forgotten Space" zeigt auf, dass die "saubere" Schifffahrt ein Mythos ist. Denn die Wirtschaftlichkeit des Seeverkehrs fordert größere Ladekapazitäten von bis zu 14.000 Containern und mächtige Motoren, welche die schnellsten Containerschiffe auf annähernd 50 Stundenkilometer beschleunigen.

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