Blackface, weiße Angst, Gruseljesus, Nazikiller

Extra | aus FALTER 41/10 vom 13.10.2010

Filmpublizist Olaf Möller zeigt Drehbuch- und Regiearbeiten des New Yorkers Larry Cohen: streitlustige B-Krimis und -Horrorfilme aus fünf Dekaden

Tribute: Drehli Robnik

Im endlosen Showdown von "Black Caesar" (1973) taumelt ein Harlemer Gangsterboss (Fred Williamson) mit einem Bauchschuss durch die Stadt; in seinem Büro lauert ihm ein rassistischer weißer Polizist auf. Er zwingt den schwarzen Cäsar, ihm mit eigens mitgebrachten shoeshine-Utensilien die Schuhe zu putzen, und pfaucht: "Afraid to get your hands dirty?" Doch der Gedemütigte befreit sich, schlägt dem Cop mit dem Schuhputzkoffer die Visage blutig, kehrt das Ritual um, schminkt ihm mit Schuhpasta ein blackface und fordert: "Sing, nigger!" Der Weiße soll "Mammy" singen, die blackface-Ballade aus "The Jazz Singer" (dem ersten Tonfilm ever). Als wäre das so nicht irre genug, erinnern Flashbacks daran, dass sich hier Erlebnisse des Helden vom Filmbeginn wiederholen: Schuhputzen für Mafiosi, Misshandlung durch denselben Cop


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