Kritiken

Schrumpfende Städte, verkümmerte Seelen

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

"Ins Weite schrumpfen" im Kosmos

In der globalisierten Welt hat der Mensch längst vergessen, wer er ist. Katja Hensels Stück "Ins Weite schrumpfen" widmet sich den Leerräumen in Städten und dem Verkümmern städtischer Seelen. Barbara Herolds Inszenierung zeigt das überdeutlich. Auf die Bühne werden Stadtplanungsgrafiken projiziert, die musikalische Untermalung erinnert an Werbespots, bei Szenenwechseln werden ewig lang Möbel herumgeschoben. Die Hauptfigur in zu engen Hemden ist der Journalist Robert (Martin Schwanda), der nicht mehr über Frauen und Wein, sondern über Wichtigeres schreiben will: das Schrumpfen der Städte. All die Großstädter, sie scheitern. So wie der Versuch, witzig und scharfsinnig zu sein - in einem Stück, das öde wie Leerraum bleibt.

Kosmos Theater, Fr, Sa 20.30


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