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Passione - eine filmische Postkarte aus Neapel

Lexikon | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

Seine Darstellung des leidgeplagten Drehbuchautors Barton Fink im gleichnamigen Streifen der Brüder Coen machte ihn 1991 über Nacht zum Liebling der Cineasten. Bis dahin war John Turturro durch seine kleinen, aber durchwegs markanten Auftritte in den Klassikern "Wie ein wilder Stier" oder "Die Farbe des Geldes" ein bekanntes Gesicht, das sich auf den klassischen Stereotyp des kleinkriminellen Italoamerikaners beschränkte. Seine erste große Hauptrolle in der zynischen Satire über die Machenschaften in der kommerzorientierten Filmbranche ließ ihn seinen schauspielerischen Spielraum voll ausschöpfen. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde er dafür mit der Goldenen Palme belohnt. Der in Queens Aufgewachsene zeigte seine Wandlungsfähigkeit in den nächsten Jahren auch weiterhin gerne in Coen-Produktionen, wie als Latino-Dandy Jesus ("The Big Lebowski") oder als grenzdebiles Landei in der obskuren Odyssee "O Brother, Where Art Thou?".

Mit seiner jüngsten Regiearbeit begab sich der Sohn einer italienischen Jazzsängerin auf filmische Spurensuche seiner Wurzeln. Im semidokumentarischen Filmmusical "Passione" lädt Turturro zu einer musikalischen Reise durch Neapel. Im Rahmen der Viennale plaudert der Publikumsliebling in der Festivalzentrale gemeinsam mit dem Musiker Patrick Pulsinger über seine filmische Liebeserklärung an die chaotische Metropole am Fuße des Vesuvs. Anschließend legt Turturro einige Schätze aus seiner Musiksammlung auf die Plattenteller. BK

Badeschiff, Do 23.00


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