Kolumne

Chiles Berlusconi jubelt, in Brasilien bangt Lulas Erbin

Außenpolitik


Raimund Löw
Falter & Meinung | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

Bei der spektakulären Rettung der 33 Bergarbeiter in Chile schien es tagelang, als wäre die Welt tatsächlich zum globalen Dorf geworden. Die internationalisierte Fernsehwelt machte es möglich, dass die Emotionsschübe des Dramas in der chilenischen Bergwüste rund um den Erdball gingen. Für ein paar Tage fieberte die halbe Menschheit mit den Rettern mit. Eine kollektive Erfahrung, wie sie normalerweise nur Nationen machen.

Chile wird jetzt in der Welt ein ganz neues Image bekommen, versprach Präsident Sebastian Pinera. Die Szenen der jubelnden Bergarbeiter verdrängen das düstere Bild des Putschgenerals Augusto Pinochet, mit dem Chile so lange assoziiert wurde. Sebastian Pinera selbst ist der erste Präsident aus dem konservativen Lager seit dem Ende der Militärdiktatur vor 20 Jahren.

Von der Linken wird der dynamische und reiche Pinera gerne als chilenischer Berlusconi dargestellt, weil die wichtigste Fluglinie des Landes, der größte private Fernsehsender und der populäre Fußballklub

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