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Politik | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

Die Donaustadt ist Wiens größter und am schnellsten wachsender Bezirk. Und obwohl dort kaum Migranten leben, wählt jeder Dritte FPÖ. Wie kann das sein? Eine Suche am anderen Flussufer

Reportage: Joseph Gepp

Weit draußen über der Donau, wo Fasane aus Böschungen flattern und Nebel über flachen Feldern hängt, steht die Schafflerhofsiedlung. Es sind Einfamilienhäuser mit Gärten, die sich einige rasterförmig angelegte Straßen entlangziehen. Kürzlich ist die Stadt hierher gekommen, findet Franz Höger. Er lenkt seinen roten Citroën im Schritttempo durch die Straßen und zeigt, was er damit meint.

Höger, 63, ist pensionierter Techniker der Wiener Linien. Er trägt Schnurrbart, Bundfaltenhose, ein weißes Hemd lugt aus dem V-Ausschnitt seines Pullovers hervor. Er ist ein schlichter und ordentlicher Mann. Keiner, der Probleme macht. Aber das hier regt ihn auf.

"Schauen Sie!" Er deutet aus dem Fenster. Nagelneue Gehsteige laufen die Gartenzäune entlang. "Gehsteige haben die hier angelegt.


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