Verrückt nach Mary?

Politik | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

Michael Häupl ziert sich mit der Koalitionsbildung. Doch noch nie hatte Rot-Grün in Wien so gute Aussichten

Bericht: Nina Horaczek, Julia Ortner

Für manche Sozialdemokraten ist sie die Böse schlechthin - Sigrid Pilz. Die grüne Gesundheitssprecherin nimmt es gelassen. Sie sitzt im Café Rathaus vis-à-vis der Bürgermeisterburg, vor sich eine Tasse Tee. "Hinschauen, aufzeigen und nicht lockerlassen, das war bisher mein Job als Oppositionspolitikerin. Die Wiener SPÖ ist das eben nicht so gewohnt", sagt Pilz. In den vergangenen Jahren ist die 52-Jährige zum Feindbild der Roten avanciert. Als Aufdeckerin des Pflegeskandals in Lainz oder der Missstände in der Wiener Psychiatrie. Infolge der Lainzer Affäre musste Stadträtin Elisabeth Pittermann zurücktreten - all das hat den Sozialdemokraten wehgetan. "Für einige war ich halt das Krokodil."

Doch jetzt bemerkt sogar das grüne Krokodil vom Dienst einen Klimawechsel. Bei der Sondersitzung nach der Wahl vergangene Woche plaudern auf einmal


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